108 Lichtperlen – 2011-2017

108 Lichtperlen | Vernissage 25.10.17 „Das Schloss“ Schwere-Reiter-Str. 15 - München | 108 Tage Ausstellung | 26.10.17-10.02.18 im "Raum der Stille" im Atelier Mirja Lang | Kapellenstrasse 2 in Weilheim-Unterhausen

„108 Lichtperlen" ist ein Kunstprojekt, das transzendente Botschaften in Form von Ölgemälden (90cm x 90cm) in Kombination mit poetisch-philosophischen Texten und sphärischen Klängen transportiert.

An 108 aufeinanderfolgenden Tagen hat die Künstlerin Mirja Lang durch Meditationen, Weisheiten zum Leben, zum Menschen, zu Himmel und Erde geschrieben. Diese Informationen stammen aus den unterschiedlichsten Quellen und wirken durch das geschriebene Wort, die Vielfalt der Farben, Formen und sphärischen Klänge. Damit können die Bilder mit Körper, Herz und Seele betrachtet und erspürt werden.

Jedes Bild trägt eine ganz eigene Information, die auf einer tieferen Ebene mit dem Betrachter in Resonanz gehen kann.

Mirja Lang verbindet sich mit der Energie und den Informationen der einzelnen Bilder und empfängt dabei Melodien, die sie in ihrem intuitiven Seelengesang, begleitet von Kristallklangschalen und sphärischen Klängen mit dem Keyboard, ausdrückt. Diese Musik ist Teil der einzelnen Bilder und begleitet den Betrachter in tiefere Wahrnehmungsebenen, so dass er die Möglichkeit zur wahrhaften inneren Begegnung mit dem Bild und seinen Informationen bekommen kann.

10% des Verkaufserlöses der Bilder möchte die Künstlerin einem Projekt zur Heilung der Erde spenden. Damit möchte sie zum einen ihre Liebe zu Mutter Erde zum Aus­druck bringen und zum anderen eine Möglichkeit bieten, dass viele Menschen sich auch für die Heilung der Erde einsetzen. Jeder Mensch kann durch den Kauf eines Bildes einen Beitrag leisten, der Erde wieder etwas zurück zu geben. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Unterstützung für das Projekt „One Earth-One Ocean", das sich für die Reinigung der Ozeane einsetzt, sondern auch um die geistige Idee, das jeder sich für die Heilung der Erde einsetzen kann.

 

Blumenessenzen – 2014

Galerie InterART, Standorte divers

Mutter Natur ist eine Heilerin, und eines ihrer machtvollsten Geschenke offenbart sich in der Gestalt von Blumen. Jede Variation hat eine andere “Persönlichkeit”, um physisches und emotionales Wohlbefinden zu fördern. Es ist nicht nur der Duft der Blumen, der uns betören und in seinen Bann ziehen kann, es ist auch die Schönheit der Formen und Farben, die sie so attraktiv machen, dass wir uns regelrecht angezogen fühlen. Dabei scheint es bei näherer Betrachtung fast so, als hätten die Blumen ein Wesen, eine ganz eigene Persönlichkeit. Nicht umsonst suchen wir ja auch nur bestimmte Blumen für bestimmte Menschen aus, die wir verschenken. Mit Blumen können wir unsere Gefühle auch für andere Menschen zum Ausdruck bringen.

In dem Projekt “Blumenessenzen” spürt Mirja Lang das Wesen der einzelnen Blüten auf, und bringt ihren feenartigen Kern zum Ausdruck. Dabei unterscheiden sie sich in ihrem Charakter so sehr voneinander wie die Menschen auch. Jede Blume hat ihre ganz eigene Note, ihre ganz eigenen Fähigkeiten und Talente. Es scheint beinahe so, als würden sie zu uns sprechen. Einige dieser Worte hat Mirja Lang durch die Verbindung zum Herzen der Blumen in ihren Bildern empfangen.

Göttinnen in ihrer Essenz - 2009

Haus Lenbach München

"Anima” ist die griechische Bedeutung der weiblichen Seelenenergie in uns. Der Gegenpol war “Animus”. Wir sind immer beides: Mann und Frau, egal ob wir Mann oder Frau sind. In beiden Anteilen liegen Stärken und Schwächen, die je nach Bewusstsein oder Einsatz als Stärken oder Schwächen gebraucht werden.

Worum geht es?

Es geht um unsere Vollkommenheit, darum unsere Mitte zu finden, um eins zu sein, mit uns, unserem Leben und dem Universum.

Nach Jahrhunderten eines weltweit gelebten Patriarchats, in dem typisch männliche Eigenschaften als Richtskala für Erfolg und damit gemeint “Lebensglück” definiert wurden, sind weibliche Eigenschaften nicht genügend beachtet und integriert worden. Damit entsteht ein Ungleichgewicht der Energien, um wirklich mit sich eins sein zu können, in uns und in der Welt. Es ist egal ob wir Mann oder Frau sind. Wir sind “Mensch”, auf der Suche nach Glück und Glücklichsein. Weiblichkeit ist eine dem ganzen Menschen angeborene Facette. Sie ist ein mannigfacher, sehr subtiler Aspekt unseres geistigen Seins, der jedem Menschen, Mann wie Frau, als Erbe mitgegeben wird. In jedem von uns steckt eine Frau, eine Frau mit vielen Dimensionen. Es gibt die Frau im Körperlichen, die weibliche Energie als physisches Hegen, Heilen, fließende Bewegungen oder Gebären ausdrückt. Das weibliche Prinzip kann aber auch im Verstandesbereich hervortreten, indem es danach trachtet, in allen Ideen, in der schöpferischen Kraft, das Gemeinsame zu finden und zu vereinen; indem es bei Widerständen Öffnungen und Lösungen und in allen Ideologien und Philosophien das Verbindende entdeckt.

In jedem von uns bringt die innere Frau die Emotionen hervor, die Gefühle der Ekstase und Seligkeit, die sich aus dem Zusammenfließen, dem Gefühl der Einswerdung ergeben. In jedem von uns lebt eine geistige Frau, die die absolute Quelle der Weisheit ist.

Aber weibliches Bewusstsein ist viel mehr als nur ein Aspekt des Körpers oder des menschlichen Geistes, es ist eine uns innewohnende geistige Essenz. Wenn wir erkunden, wer wir wirklich sind, wird die weibliche Seite in uns frei. Es liegt in der Natur der weiblichen Energie, anpassungsfähig, flexibel, fließend zu sein. Das ist wichtig für uns und die Erde, jetzt und morgen. Erst wenn wir weibliche Energien klar erkennen und aktiv in unser Leben einbeziehen, wird das Weibliche ganz natürlich mit dem Männlichen verschmelzen, dann können wir eins werden mit uns und der Welt.

Denn unsere Zeit wird getrieben von den Energien des technischen Denkens. Wo das technische Denken herrscht, stirbt die Güte aus, wir werden blind.

Die Natur wird geplündert, die Politik scheut die Vision und dient nur noch zwanghaft der Ökonomie, die Religion entscheidet sich für die Mathematik des Systems und vergisst das Licht der Mystik. Statt echter Führung haben wir Marionettensysteme, die von irgend jemand ausgedacht wurden und von dort manipuliert werden. Eigentlich wissen wir nie genau, mit wem oder was wir es zu tun haben. Doch dieser ständige Kampf ermüdet uns und höhlt uns aus. Es ist ein Kampf, weil die Energien auf der Erde nicht im Gleichgewicht sind. Unser Widerstreit muss ausgeglichen, muss durch die Fähigkeit zum Feiern, sich mit der Freude zu befassen, wieder in Balance gebracht werden.

Wenn wir die Schönheit aus den Augen verlieren, wird unser Leben matt und zweckbestimmt. Wenn wir das Schöne erwarten und zulassen, kommt in unserem Innern und damit auch zwischen den Menschen etwas Neues in Fluss. Wenn wir uns des Rufs der Schönheit bewusst werden, realisieren wir auch neue Möglichkeiten des In-der-Welt-Seins. Wir wurden erschaffen, um selbst Schöpfer zu sein. Jeder Mensch ist ein Künstler seiner selbst und seines Lebens. Unsere Freude am Schönen ist für uns ebenso natürlich wie das Atmen. Selbst im fürchterlichsten Chaos sucht irgendetwas in der Seele des Menschen nach dem Schönen. Überall herrscht eine geheime Geometrie, wie in der Natur, so in der menschlichen Seele; und die Schöpfungen der Seele, die dieses Gefühl harmonischer Ordnung erwecken, streben danach, die Schönheit zu enthüllen.

Symmetrie schenkt uns Zufriedenheit und entspricht unserem Bedürfnis nach Sinn und Geborgenheit in der Welt. In der Schönheit liegt eine tiefe Würde. Sie ist ein anmutiges inneres Licht, das von der Seele gespendet wird, sie ist ein Werk der Seele, die Kultivierung der Tugend. Denn der Glanz des Guten macht die Schönheit real.

So existiert Schönheit auf dem schmalen Grad der Kreativität. Als Mittlerrin zwischen Bekanntem und Unbekanntem, Licht und Dunkel, Sichtbaren und Unsichtbaren, Chaos und Sinn, Klang und Stille, Männlichem und Weiblichem, dem Ich und den Anderen, besitzt sie typisch weibliche Kräfte.

In Malerei und Musik kann sie sich unter anderem zeigen. Farbe ist die Sprache des Lichts, und sie schmückt die Erde mit Schönheit. Durch die Farbe beschenkt das Licht alle Dinge mit seiner Leidenschaft, Güte und Phantasie. In einer Welt ohne Farbe ware Schönheit unvorstellbar, wie Goethe sagte, bedarf das Auge der Farben ebenso sehr wie des Lichts.

Die Musik ist für das menschliche Bewusstsein ein Widerhall der großen Herrlichkeit und der Intimität der Seele. Musik schafft sich ihre eigene Zeit. Sie bedeutet in einem tiefen Sinne Heimkehr. Damit bietet sie uns einen Schlüssel zum ewigen Sein der Schönheit. Sie durchdringt das ganze Ich, wobei sie sich uns gleichzeitig völlig entzieht. Es ist unmöglich, Musik präzise zu beschreiben.

Es ist auch nicht möglich, die Essenzen von Weiblichkeit zu beschreiben, die der Dreiklang der Stimmen von Anima in mir ausgelöst haben, die ich versucht habe, auf den Bildern zu zeigen. Wir können die Essenzen nur spüren…

Madonna - 2008

Stadtmuseum Weilheim

Das Bild der Madonna ist seit fast zweitausend Jahren in der Kunst der westlichen Welt fest verankert. In all diesen vom europäischen Geist geprägten Kulturen verkörpert die Madonna in reinster Form bedingungslose Liebe und wird als mitfühlende und versöhnende Nährmutter aller Christen verstanden. Sie wird aber auch als die liebende Mutter und als Beschützerin der gesamten Menschheit gesehen.

Die Marienverehrung beruht auf dem Glauben, dass nur Maria allein Schmerz, Leidenschaften und Glück der Menschen wirklich verstehen kann; sie tröstet, verzeiht und vermittelt und ist das Bindeglied zwischen den Menschen und ihrem Gott. Sie wurde als Königin des Himmels, Mutter aller Menschen und als Verkörperung des Mitleidens verehrt, darüber hinaus verkörpert sie Selbstlosigkeit, Demut und Fürsorge und steht für die weibliche Spiritualität in der Christenheit. Die Madonna hat eine lange Tradition in der christlich geprägten Malerei. Viele Künstler haben sie als Heilige, als Gütige, als Mutter, die tröstet und einem beisteht… gezeigt.

In vielen Darstellungen ist sie vielleicht nicht wirklich anwesend.

Wie empfanden bzw. empfinden es die Menschen, die sich nach ihrer Mutter sehnen, sie brauchen, Halt suchen? Viele Gläubige spüren ihre Präsenz im Inneren, im Geistigen. Aber haben nicht auch sie das Bedürfnis ihrer wirklichen körperlichen Nähe? Ist die Madonna nicht ein Symbol für die sie bedingungslos liebende Mutter im Hier und Jetzt auf der Erde, ihrer leiblichen Mutter?

Die Madonna wurde schon von vielen Künstlern als Thema in ihren Arbeiten aufgegriffen. Meist wird sie gezeigt mit ihrem göttlichen Kind. Die Mutter Gottes, die durch die „unbefleckte Empfängnis“ zu ihrem Sohn Gottes kam. Immer ist sie selbst als Person im Vordergrund, immer geht es um ihre seelische Verfassung, ihre Haltung…

Was aber ist mit dem Kind? Wie fühlt es, meist nackt, in den Armen der Madonna?

Mirja Lang nimmt Motive von Madonnen auf von verschiedenen Künstlern der Renaissance und des Barocks, die die Mutter Gottes in einer uns vertrauten Weise gemalt haben. Dabei wählt sie aber einen Ausschnitt und möchte durch ihre Farben und Formen die psychische und seelische Perspektive des Kindes sprechen lassen. Denn noch nie ist die Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Leben unter den Menschen so wichtig geworden wie heute. Viele versuchen auf der Suche nach ihrem Glück, sich um ihr Seelenheil zu kümmern und alte Wunden an die Oberfläche zu holen, um zu heilen. Noch nie war die Bereitschaft dazu so groß wie heute. Viele Themen nehmen ihren Anfang, wenn sie das Licht der Erde erblicken und in den Armen ihrer Mutter liegen.

Das Kind fleht um Nähe, möchte gesehen werden, möchte geliebt werden für das, was es ist, denn es weiß noch nicht, was es ausmacht. Die Liebe zu sich selbst findet vielleicht ihren Anfang in den liebenden Augen der eigenen Mutter und in dem Gefühl, bedingungslos von ihr beschützt, gehalten und behütet zu sein.

Jede Mutter liebt ihr Kind und möchte nur das Beste für es. Deshalb tut sie alles, wie sie es für richtig hält. Manchmal gibt sie aber Dinge an ihr Kind weiter, die sie selbst nicht heil erfahren hat, meist ohne es zu wissen. Deshalb ist auch sie nicht unfehlbar, denn sie ist auch nur ein Mensch. Aber wir alle unterliegen der Kraft des „freien Willens“ und haben jeden Tag die Chance, zu erkennen und heil zu werden, für uns und damit wieder für unsere Kinder. Auch wenn die Bedingungen, die uns in die Wiege gelegt wurden nicht immer die optimalsten waren, liegt es an uns sich zu entwickeln, heil zu werden, als Mensch, hier auf der Erde.

Lichtblicke - 2007

Sparkasse Ingolstadt

„Menschen sind wie farbige Glasfenster. Sie funkeln und leuchten, aber wenn die Dunkelheit kommt, offenbart sich ihre wahre Schönheit nur dann, wenn sie aus dem inneren LICHT scheinen.“
Jean Houston

Das innere Licht, das aus sich selbst strahlt, ist das Licht des Herzens, die innere Weisheit, die Intuition, die so genannte „innere Stimme“. Sie erinnert uns daran, unsere Potenziale zu nutzen und das Beste aus uns und unserem Leben zu machen. Dabei trübt Angst immer wieder die Leuchtkraft unseres wahren Wesens und hindert uns daran, unser wahres „Ich“ nach außen zeigen zu können. Diese Angst prüft unsere Willenskraft und erinnert uns an unsere Stärke. Denn nur aus dem Selbstwertgefühl, das wir aus uns selbst entwickeln, hat unser eigentliches Licht die Fähigkeit nach außen zu strahlen.

Licht ist Energie und Quelle jeden Lebens, denn ohne Licht existiert kein Leben.

Licht ermöglicht das Entdecken von Erkenntnissen, gibt Einblick in das Wesen der „Dinge“, der Menschen, und dieses in den vielfältigsten Farben.

Farben und Formen zeigen uns den Reichtum des Lebens, wenn wir sie erblicken, also bewusst wahrnehmen. Dabei stellen sich einige Fragen, auf die wir während unseres Lebens Antworten suchen.

Die Ansammlung von vielen Alltagsmomenten bildet den Kern der Ausstellung „Lichtblicke“. Denn all die Erfahrungen, die wir in unserem Leben sammeln, schleifen und formen unser wahres, eigentliches „Selbst“, unseren Wesenskern. Dadurch haben wir die Möglichkeit unser inneres Licht zu finden, aus dem heraus wir irgendwann strahlen können, in den unterschiedlichsten Farben: als eigenständige Individuen. Die ganz persönliche Ausstrahlung, die im Außen ganz unterschiedlich wahrgenommen und empfunden wird kann der Betrachter an den 12 Außenwänden für sich erfahren. Die 12 großformatigen Bilder (180 cm x 90 cm), die kreisförmig nach dem Farbkreis nach Innen angeordnet sind, zeugen von dem „inneren Licht“, auf das sich all unser menschliches Streben, unser Sinn des Lebens, richtet: „die Verwirklichung unserer selbst“. Dies meint in der Alltagssprache die möglichst weitgehende Realisierung der eigenen Ziele, Sehnsüchte und Wünsche mit dem übergeordneten Ziel

„das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen.“ (Oscar Wilde)

Engel auf Erden - 2006

Haus Lenbach München

Seit jeher haben die Menschen von Engeln gesprochen, sie gemalt oder modelliert. Erste Aufzeichnungen von ihnen findet man in der Bibel. Immer wieder hört man von Berichten, dass Menschen auf ihrem Weg von Engeln begleitet werden, sich geliebt, geschützt und inspiriert fühlen.

Was fasziniert Menschen an diesen Lichtgestalten, dass sie bis heute immer wieder das Bedürfnis hatten, sie darzustellen? …und heute mehr denn je? Engel umgeben uns im Alltag öfter, als wir vielleicht bewusst wahrnehmen. Besonders in Kirchen sind uns die barocken Putten, die pausbäckigen Kindergesichter mit ihren propperen nackten Kinderkörpern sehr vertraut. Die beiden Engel von Michelangelo aus der Sixtinischen Kapelle kennt inzwischen jeder. Sie erscheinen auf allen möglichen Produkten in Geschenkläden.

Engel werden besungen in Texten von : Robbie Williams /Angel , Reamonn/ Angels fly, The Corrs/ Angel, Abba/ I believe in angels etc. Auch in Filmen werden sie als Begleiter von Menschen gezeigt: „Ein Engel auf Erden“, „Der Himmel über Berlin“, oder als Engel angesehen: „Wir sind keine Engel“. Gerade heute gibt es einen regelrechten „Engelboom“! Warum? Die Antwort liegt vielleicht darin, wie wir die Welt wahrnehmen.

Unser Weltbild ist im Augenblick überwiegend negativ geprägt. Es gibt keine Berichterstattung ohne Meldungen von Krieg, Mord, Todschlag und Naturkatastrophen. Vielleicht lässt gerade diese negative Sichtweise die unbewusste, tiefe Sehnsucht der Menschen nach Schutz, Geborgenheit und den „guten“ und „schönen“ Dingen dieser Welt entstehen. Und genau für diese Werte sind Engel ein starkes Symbol. Naturwissenschaftler bestreiten die Existenz von Lichtwesen, zu denen auch Engel gehören. Dennoch gibt es ein eigenes Forschungsgebiet, das sich „Angeologie“ nennt. Angeologen untersuchen vornehmlich anthroposophische, kultur- und kunsthistorische Aspekte von Engeln.

Die äußere Gestalt der Engel ist aus der Phantasie der Menschen entstanden. Was ist aber mit ihrem Sein als Ganzes, das den Menschen ein Gefühl von Wärme, Geborgenheit, Trost, Hoffnung und Unterstützung vermittelt? Werden die Menschen nicht von diesen den Engeln zugeschriebenen Attribute fasziniert? Sind sie in diesem Sinne wirklich nur dem Himmel vorbehalten?

Man bezeichnet auch Menschen, die mit ihrem ganzen Einsatz Gutes tun, z.B. Mutter Theresa, als „Engel auf Erden“.

Aus diesem Zusammenhang heraus ist die künstlerische Motivation von Mirja Lang für die Ausstellung „Engel auf Erden“ entstanden. In der jüngeren Vergangenheit beschäftigten sich viele Künstler mit den sehr negativen, grotesken und hässlichen Aspekten des Lebens und der Welt und tun es auch heute noch. Im Theater, in der Aktionskunst und auch in der Malerei kommt man zur Zeit offensichtlich nicht ohne Niederträchtiges, Blutrünstiges und Reißerisches aus. Mirja Langs Intention ist es zu diesem Trend einen Gegenpol zu setzen. Deshalb möchte die Künstlerin das Schöne, die Freude und das Gute zeigen, für das die Engel symbolhaft stehen.

Die Ausstellung „Engel auf Erden“ zeigt die archetypischen Engelsgestalten, die Menschen aus ihrer Phantasie geschaffen haben. Mit philosophischen Zitaten von „weisen“ Menschen möchte Mirja Lang die Aussagen ihrer Engelbilder bekräftigen. Es sind nicht nur die Taten, die auf der Erde „Lichtpunkte“ setzen können. Manchmal sind es auch nur schöne und weise Worte.

Die fließende Grenze zum Kitschigen, die der einzelne dabei subjektiv empfinden mag, wird von ihr bewusst in Kauf genommen.

In der Ausstellung „Engel auf Erden“ werden die verschiedenen Zitate direkt unter die Engelbilder gehängt.

Kunst entspringt aus der Quelle des Seins.

Mirja Lang