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Göttinnen in ihrer Essenz Lenbach, München

Anima” ist die griechische Bedeutung der weiblichen Seelenenergie in uns. Der Gegenpol war “Animus”. Wir sind immer beides: Mann und Frau, egal ob wir Mann oder Frau sind. In beiden Anteilen liegen Stärken und Schwächen, die je nach Bewusstsein oder Einsatz als Stärken oder Schwächen gebraucht werden.

Worum geht es?

Es geht um unsere Vollkommenheit, darum unsere Mitte zu finden, um eins zu sein, mit uns, unserem Leben und dem Universum.

Nach Jahrhunderten eines weltweit gelebten Patriarchats, in dem typisch männliche Eigenschaften als Richtskala für Erfolg und damit gemeint “Lebensglück” definiert wurden, sind weibliche Eigenschaften nicht genügend beachtet und integriert worden. Damit entsteht ein Ungleichgewicht der Energien, um wirklich mit sich eins sein zu können, in uns und in der Welt. Es ist egal ob wir Mann oder Frau sind. Wir sind “Mensch”, auf der Suche nach Glück und Glücklichsein Weiblichkeit ist eine dem ganzen Menschen angeborene Facette. Sie ist ein mannigfacher, sehr subtiler Aspekt unseres geistigen Seins, der jedem Menschen, Mann wie Frau, als Erbe mitgegeben wird. In jedem von uns steckt eine Frau, eine Frau mit vielen Dimensionen. Es gibt die Frau im Körperlichen, die weibliche Energie als physisches Hegen, Heilen, fließende Bewegungen oder Gebären ausdrückt. Das weibliche Prinzip kann aber auch im Verstandesbereich hervortreten, indem es danach trachtet, in allen Ideen, in der schöpferischen Kraft, das Gemeinsame zu finden und zu vereinen; indem es bei Widerständen Öffnungen und Lösungen und in allen Ideologien und Philosophien das Verbindende entdeckt.

In jedem von uns bringt die innere Frau die Emotionen hervor, die Gefühle der Ekstase und Seligkeit, die sich aus dem Zusammenfließen, dem Gefühl der Einswerdung ergeben. In jedem von uns lebt eine geistige Frau, die die absolute Quelle der Weisheit ist.

Aber weibliches Bewusstsein ist viel mehr als nur ein Aspekt des Körpers oder des menschlichen Geistes, es ist eine uns innewohnende geistige Essenz. Wenn wir erkunden, wer wir wirklich sind, wird die weibliche Seite in uns frei. Es liegt in der Natur der weiblichen Energie, anpassungsfähig, flexibel, fließend zu sein. Das ist wichtig für uns und die Erde, jetzt und morgen. Erst wenn wir weibliche Energien klar erkennen und aktiv in unser Leben einbeziehen, wird das Weibliche ganz natürlich mit dem Männlichen verschmelzen, dann können wir eins werden mit uns und der Welt.

Denn unsere Zeit wird getrieben von den Energien des technischen Denkens. Wo das technische Denken herrscht, stirbt die Güte aus, wir werden blind.

Die Natur wird geplündert, die Politik scheut die Vision und dient nur noch zwanghaft der Ökonomie, die Religion entscheidet sich für die Mathematik des Systems und vergisst das Licht der Mystik. Statt echter Führung haben wir Marionettensysteme, die von irgend jemand ausgedacht wurden und von dort manipuliert werden. Eigentlich wissen wir nie genau, mit wem oder was wir es zu tun haben. Doch dieser ständige Kampf ermüdet uns und höhlt uns aus. Es ist ein Kampf, weil die Energien auf der Erde nicht im Gleichgewicht sind. Unser Widerstreit muss ausgeglichen, muss durch die Fähigkeit zum Feiern, sich mit der Freude zu befassen, wieder in Balance gebracht werden.

Wenn wir die Schönheit aus den Augen verlieren, wird unser Leben matt und zweckbestimmt. Wenn wir das Schöne erwarten und zulassen, kommt in unserem Innern und damit auch zwischen den Menschen etwas Neues in Fluss. Wenn wir uns des Rufs der Schönheit bewusst werden, realisieren wir auch neue Möglichkeiten des In-der-Welt-Seins. Wir wurden erschaffen, um selbst Schöpfer zu sein. Jeder Mensch ist ein Künstler seiner selbst und seines Lebens. Unsere Freude am Schönen ist für uns ebenso natürlich wie das Atmen. Selbst im fürchterlichsten Chaos sucht irgendetwas in der Seele des Menschen nach dem Schönen. Überall herrscht eine geheime Geometrie, wie in der Natur, so in der menschlichen Seele; und die Schöpfungen der Seele, die dieses Gefühl harmonischer Ordnung erwecken, streben danach, die Schönheit zu enthüllen.

Symmetrie schenkt uns Zufriedenheit und entspricht unserem Bedürfnis nach Sinn und Geborgenheit in der Welt. In der Schönheit liegt eine tiefe Würde. Sie ist ein anmutiges inneres Licht, das von der Seele gespendet wird, sie ist ein Werk der Seele, die Kultivierung der Tugend. Denn der Glanz des Guten macht die Schönheit real.

So existiert Schönheit auf dem schmalen Grad der Kreativität. Als Mittlerrin zwischen Bekanntem und Unbekanntem, Licht und Dunkel, Sichtbaren und Unsichtbaren, Chaos und Sinn, Klang und Stille, Männlichem und Weiblichem, dem Ich und den Anderen, besitzt sie typisch weibliche Kräfte.

In Malerei und Musik kann sie sich unter anderem zeigen. Farbe ist die Sprache des Lichts, und sie schmückt die Erde mit Schönheit. Durch die Farbe beschenkt das Licht alle Dinge mit seiner Leidenschaft, Güte und Phantasie. In einer Welt ohne Farbe ware Schönheit unvorstellbar, wie Goethe sagte, bedarf das Auge der Farben ebenso sehr wie des Lichts.

Die Musik ist für das menschliche Bewusstsein ein Widerhall der großen Herrlichkeit und der Intimität der Seele. Musik schafft sich ihre eigene Zeit. Sie bedeutet in einem tiefen Sinne Heimkehr. Damit bietet sie uns einen Schlüssel zum ewigen Sein der Schönheit. Sie durchdringt das ganze Ich, wobei sie sich uns gleichzeitig völlig entzieht. Es ist unmöglich, Musik präzise zu beschreiben.

Es ist auch nicht möglich, die Essenzen von Weiblichkeit zu beschreiben, die der Dreiklang der Stimmen von Anima in mir ausgelöst haben, die ich versucht habe, auf den Bildern zu zeigen. Wir können die Essenzen nur spüren…